Grußwort Bad Waldsee
Wenn sich am 19. und 20. Januar 2008 die 69 Mitgliedszünfte der Vereinigung Schwäbisch-Alemannsicher Narrenzünfte zu ihrem nur alle vier Jahre stattfindenden Großen Narren zusammenfinden, kann unsere Narrenvereinigung auf nahezu 85 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken, in der es gelang, eine der bedeutendsten Kulturschöpfungen zu erhalten - die schwäbisch-alemannische Fastnacht. Es begann 1924 mit der Gründung unseres länderübergreifenden Verbandes und setzte sich 1928 bzw. 1929 mit der Organisation des ersten Großen Narrentreffens in der Geschichte der Fastnacht fort. Was am 13. Januar 1929 in Villingen als eindrucksvolle, politische Demonstration zum Erhalt der fastnächtlichen Bräuche begann, ist zwischenzeitlich zu einem ritualisierten, flächendeckenden Überangebot mutiert. Erstmals hatte man den Schritt von der ortsgebundenen Pflege traditioneller Fastnachtsbräuche zur überörtlichen folkloristischen Darstellung vollzogen. Denn der Wunsch nach gemeinsamen Feiern verbindet, überwindet Grenzen und Vorurteile, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Zünfte und fördert die regionale Identität. Dennoch drängt unsere Vereinigung auf eine erhebliche Reduzierung der Narrentreffen. Sind also "Große Narrentreffen" noch zeitgemäß? Ich meine ja, so werden wir in Bad Waldsee erneut die Einmaligkeit, Vielfalt und Qualität, aber auch die volkskundliche sowie handwerkliche Bedeutung der schwäbisch-alemannischen Fanacht erleben. Zehntausende Menschen werden begeistert sein, wenn die singenden, strählenden, tanzenden Narren sich in der historischen Altstadt von Bad Waldsee präsentieren. Solche Begegnungen der närrischen Freundschaft zu ermöglichen, ist neben dem Erhalt und der Förderung der örtlichen Fastnacht unsere Aufgabe. In dieser Tradition steht die Narrenzunft Waldsee, die uns dies mit ihrer eindrucksvollen Fasnet alljährlich dokumentiert.
Das 100-jährige Jubiläum nehme ich zum Anlass, Dank zu sagen, allen, die in den vergangenen 100 Jahren das fastnächtliche Geschehen in Bad Waldsee bewahrt, die Bräuche erhalten und die nächste Generation weitergegeben haben. Dies sind neben den Altvorderen und heutigen Verantwortlichen der Narrenzunft, die fastnachtsbegeisterten Bürger, ohne die eine traditionsreiche Fastnacht nicht denkbar wäre.
Den teilnehmenden Zünften, ihren Häs- und Maskenträgern und der gesamten Bevölkerung in dieser alten historischen Narrenstadt sowie den Besuchern und Freunden unserer Fasnet entbiete ich meinen Gruß und wünsche Ihnen ein glückseliges Narrenfest.
Narri-Narro-Ahaa
Roland Wehrle
-Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte-
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